Am 12.09.1969 gründete der Regierungspräsident in Kassel als Folge des dramatischen Hochwassers im Diemel - und Twisteraum im Juli 1965 den Hessischen Wasserverband Diemel.

Verbandsgewässer sind die Diemel, die Twiste, die Erpe und die Warme einschließlich Nebengewässern, in den im Verbandsplan näher bezeichneten Abschnitten.




Mitglieder heute sind:

Die Landkreise: Die Städte: Die Gemeinde:
Kassel
Waldeck-Frankenberg
Bad Karlshafen
Trendelburg
Liebenau
Diemelstadt
Volkmarsen
Bad Arolsen
Zierenberg
Calden


Das Verbandsgebiet

Das Niederschlagsgebiet der Diemel beträgt rd.1.760 km2. Es ist nach Süden begrenzt durch die Linie über Usseln – Korbach - Kassel - lmmenhausen - Bad Karlshafen. Mit dieser Linie über das Rothaargebirge, den nördlich des Edersees gelegenen Höhenzüge zum Reinhardswald und weiter über den Reinhardswald wird das Niederschlagsgebiet der Diemel von denen der Eder, Fulda und oberen Weser abgegrenzt.

Nach Norden trennen die Briloner Hochfläche mit ihren Ausläufern zum Eggegebirge sowie der Nordhang der Warburger Börde das Niederschlagsgebiet der Diemel von denen der Möhne, Lippe und Weser unterhalb Bad Karlshafen.

Das Diemelgebiet hat Mittelgebirgscharakter. Tief eingeschnittene Täler und meist bis auf die Kammlinien bewaldete steile Hänge kennzeichnen das Landschaftsbild bis zum Mittellauf. Hier geht die Landschaft über in flache Senken und geringere Erhebungen, die von ausgedehnten, in der Talsenke fruchtbaren landwirtschaftlichen Flächen durchzogen sind. Nur wenige der hier vorhandenen Hügelketten erreichen Höhen von 400 m. Im Unterlauf wieder, kurz vor der Mündung in die Weser, säumen die teilweise steilen Waldflächen des Reinhardswaldes, ähnlich wie im Oberlauf, das östliche Ufer der Diemel.

Das Flussbett der Diemel ist nur an wenigen Stellen in der Lage, ein Hochwasser in der Größenordnung einer 10- bis 20-jährigen Eintrittswahrscheinlichkeit abzuführen. Diese Tendenz beginnt schon im Obenauf bei Westheim und zeigt, dass sich der Einfluss der Diemeltalsperre relativ gering auswirkt. Das Ausufern des Flusses wird noch weiter begünstigt durch die Stauwehre vieler kleiner bis mittlerer Wasserkraftanlagen und die teilweise zu kleinen Durchflussöffnungen an Brücken.

In den vorwiegend engeren Tälern des Oberlaufes sind die Überflutungen landwirtschaftlicher Flächen meist gering. Sehr schnell auslaufende Hochwasserwellen sind eine immer wiederkehrende Gefahr für Ortschaften und Verkehrswege. Mit abnehmendem Gefälle nehmen die Überflutungen landwirtschaftlicher Flächen im Mittel- und Unterlauf zu und breiten sich am weitesten im Bereich zwischen Eberschütz und Trendelburg aus. Fast alle an der Diemel gelegenen Orte werden bei Hochwasser zu großen Teilen überflutet.

Das Abflussverhalten der Diemel ist im Vergleich zu anderen Gewässern Nordhessens ausgesprochen schroff. Kennzeichnend hierfür ist, dass die Abflüsse kleinerer bis mittlerer Hochwasser relativ niedrige Werte zeigen, größere Hochwasser dagegen außergewöhnlich hohe Spitzen aufweisen. Für alle Hochwasserwellen ist ein steiles Ansteigen und ein fast ebenso schnelles Abfallen kennzeichnend.

(aus Ausbau der Diemel – WWA Kassel, Dezember 1972)